Die Geschichtsbücher sind nicht immer Aussagefähig, denn sie liegen meistens im Auge des Schreibers und der politischen Strömung.
Deshalb solltet ihr euch mal die Ergebnisse der genetischen Studie ansehen, denn unsere DNA kann man nicht manipulieren
Das sind die Ergebnisse einer Studie über die Herkunft der Bevölkerung der verschiedenen Staaten des ehemaligen Jugoslawiens anhand der männlichen Einwohner.
Leider konnte ich die Grafik nicht einfügen, aber ich habe mal die wichtigsten Zahlen hier in diesen Tabellen rein geschrieben, sie ist so in der Originalstudie auf Seite 3 zu finden.Da ich hier keine Tabellenform machen kann habe ich alle Zahlen zusammengefasst, die zu einer Hauptgruppe gehören. Auf Seite 3 der Studie könnt ihr die nachrechnen.
Zur Erklärung, da ich mal davon ausgehe das hier im Forum nicht alle wirklich vertraut sind mit der Genetik:
Haplotyp oder Haplogruppe im Y-Chromosom:
Das Y Chromosom gibt es nur bei Männern. Die Haplogruppe ist ein bestimmter Teil des Chromosoms welcher sich sehr selten ändert, alle 8.000-10.000 Jahre, es gibt aber auch Haplotypen die über 40.000 Jahre alt sind.
Diese werden nur vom Vater an den Sohn vererbt und somit können Männer (wenn sie wissen welche Haplogruppe sie besitzen) auch somit Rückschlüsse ziehen, wann und auf welchem Weg ihr ur-ur-ur-…..-vorfahr nach Europa gekommen ist.
Daher wird die Haplogruppe von Populationsgenetikern gerne benutzt um herauszufinden wie die Völkerwanderung vonstatten ging und wie viel den Invasoren in den jeweiligen Regionen sich über die Jahrhunderte / Jahrtausende in den entsprechenden Gebieten gehalten haben.
Zahlen unterhalb der Gruppen: wie viel %der Bevölkerung dieser Gruppe angehört
Genetische Gruppe:
- Jede Buchstaben-Gruppe hat eine anderen Ursprung, da heißt, dass E3b einen anderen Ursprung (und zu einem anderen Zeitpunkt nach Europa eingewandert ist) als I1b* oder R1a
-Gleiche Buchstaben haben die gleichen Wurzeln, das heißt, dass R1b und R1a sich von R1 abgetrennt haben und das alle E3 Typen (E3b*, E3b1, E3b2,..) den gleichen Ursprung haben, sie sich aber im laufe der Jahrtausende getrennt haben (durch Mutation und genetischer Isolation).
Herkunft einiger hier gefundenen Haplotypen: (Achtung Stand: 2007)
J (J2e*, J2e1, J2*, J2f1):
Diese Haplotype ist anatolischen Ursprungs, höchstwahrscheinlich mit den Osmanen auf den Balkan / Europa gekommen
Population J2e* + J2e + J2* + J2f1
Croatians (Mainland) 1,9
Bosnians
Herzegovinians 1,4
Serbians 8,0
Kosovar albanians 16,7
Macedonians 12,6
Macedonian Romani 1,8
E (E3b*, E3b1, usw):
Diese findet man an der kompletten Ardriaküste, Italien, Griechenland und angrenzenden Regionen. Den höchsten Prozentsatz findet man bei den Kosovo-Albanern. Die Gelehrten schreiten sich nur ob es griechischen oder römischen Ursprungs ist, oder sind es die Illyrer? Man ist sich nicht einig
Population E3b1 + E3b1- + E3b2 + E3b3
Croatians Mainland) 5,6
Bosnians 10,14
Herzegovinians 8,9
Serbians 21,25
Kosovar albanians 47,4
Macedonians 24,06
Macedonian Romani 29,82
K*:
Diese Haplotype wird dem Hunnisch-Türkischen Zweig zugesprochen, die Wurzeln kommen aus der Mongolei. (Höchstwahrscheinlich mit Attila dem Hunnenkönig nach Europa gekommen)
Population K*
Croatians Mainland) 0,9
Bosnians
Herzegovinians 2,84
Serbians 7,08
Kosovar albanians
Macedonians 1,27
Macedonian Romani
R:
R1a: „Slawischen“ Ursprungs, diese Type ist vom schwarzen und kaspischen Meer höchstwahrscheinlich mit der Kurgan Kultur nach Europa gekommen. Meistens in Russland, Ukraine und am Baltikum zu finden
Population R1a
Croatians Mainland) 34,30
Bosnians 24,60
Herzegovinians 12,06
Serbians 15,93
Kosovar albanians 4,42
Macedonians 15,19
Macedonian Romani 1,70
R1b: Die träger dieses Haplotypes sind meist im west europäischen Raum anzutreffen, mit dem Maximum im spanisch-französischen-Raum und in sehr hohem Maße in Großbritannien und in Irland
Population R1b
Croatians Mainland) 15,70
Bosnians 1,40
Herzegovinians 3,55
Serbians 10,62
Kosovar albanians 21,10
Macedonians 5,06
Macedonian Romani 1,75
I:
Diese Haplotype gibt es nur in Europa. Man nimmt daher an, dass sie hier entstanden ist bei den ersten Europäern zwischen 2 Eiszeiten vor 20.000-25.000 Jahren.
I1a:
Das höchste Maximum in Skandinavien und Island. Diese Haplotype wird auch z.B. in GB Wikinger Marker genannt.
I1b*:
Das höchste Maximum in Bosnien-Herzegowina und in den umliegenden Ländern, wobei stak mit der Entfernung abnehmend (z.B. Kroatien in der Nähe von Slowenien nur noch zu 2% zu finden)
Eine Unterart ist auch in Sardinien zu finden.
Zurzeit kann man diesen Fund nicht deuten, da bis vor 4 Jahren keiner vermutete das es außerhalb Skandinaviens (Wikinger) noch Nachfahren dieser Ureuropäer gibt. Daher ist eine Zuordnung zu einem historischen Volk nicht möglich. Die Paläonto-Genetik wird sicherlich in ein paar Jahren Licht ins Dunkle bringen.
Population I* + I1a + I1b* + I1c
Croatians Mainland) 37,0
Bosnians 53,65
Herzegovinians 70,91
Serbians 36,28
Kosovar albanians 7,96
Macedonians 34,17
Macedonian Romani 5,26
H:
Diese Haplotype ist in Indien entstanden und ist höchstwahrscheinlich mit den Sinti und Roma auf den Balkan gekommen.
Population H1
Croatians Mainland)
Bosnians
Herzegovinians
Serbians 0,9
Kosovar albanians
Macedonians
Macedonian Romani 59,6
Ergebnisse:
-34,3% Der Kroatischen Männer sind slawischen Ursprungs. (Haplotyp: R1a)
-25% der Bosnier und 12% der Herzegowiner sind slawischen Ursprungs
-aber nur 15,93% der Serben sind slawischen Ursprungs
Bevor wieder Verschwörungstheorien kommen:
Diese Zahlen stammen von allen an der Studie beteiligten Ländern, siehe in der Originalstudie im Link unten
Zu den Osmanen und dem türkischen Anteil an der männlichen Bevölkerung der einzelnen Staaten:
1,4% der Herzegowiner sind anatolischen Ursprungs
1,9% der Kroaten sind anatolischen Ursprungs
Aber 8% der Serben tragen eine anatolische Haplotype
Hinzu kommt: 7,08% der Serben sind träger den Haplotype K (Beschreibung oben)
Diese ermittelten Zahlen sind zwar erst der Begin der Typisierung der Bevölkerung und es wird Verschiebungen in den Werten geben, aber das Grundgerüst wird bleiben.
Sie sind aber eine gute Basis um ein paar Mythen von Extremisten und vom Gross-Serben-Kroaten-Slawen-Awaren-…..-tum als nicht wirklich den Tatsachen entsprechend zu entlarven (um es mal nett zu formulieren).
Denn eins sollte euch bewusst sein:
In Bosnien gibt es 6 verschiedene Haplotypen, in der Herzegowina 11, in Kroatien 12 und in Serbien 13.
In den letzten beiden Ländern dominiert keine Haplotype von daher kann sich keines der Länder auf seine „“reinen““ Wurzeln denn wie bei den meisten Europäer ist die Bevölkerung ein Gemisch aus den verschiedensten Ursprungsgebieten.
Einzig und allein die Einwohner von Bosnien-Herzegowina besitzen den mit Abstand höchsten Prozentsatz von nur 1 Haplotype in Europa und diese genetische Isolation wurde bis vor bekannt werden dieser (nd anderer) Studie für nicht möglich gehalten, da es so nirgendwo in Europa auftritt über eine so grosse Fläche.
(Ausnahme: Roma und Sinti, denn die sind erst vor 1000-800 Jahren eingewandert nach Europa, also sehr junge Europäer)
Für den Fall das ihr alles selber nachlesen wollt: (viel Spaß dabei)
http://mbe.oxfordjournals.org/cgi/repri ... 0/1964.pdf