evo dobar tekst o skripniku:
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So rasant stieg in der jüngeren Bundesliga-Historie kaum ein Team die Tabelle der Liga empor: Am 16. Spieltag waren die Bremer noch Tabellenletzter, nach dem 20. stehen sie bereits auf Platz acht. Bremen gewann vier Spiele in Folge, am gestrigen Sonntag gab es einen verdienten 2:1-Sieg gegen Champions-League-Kandidat Bayer Leverkusen. Was macht Bremens neuer Coach Viktor Skripnik richtig? Fünf Thesen:
1. Skripnik hat sich viel von seinem Mentor Schaaf abgeschaut...
Skripnik hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, welcher Trainer den größten Einfluss auf ihn hatte. Als früherer Werder-Spieler hat Skripnik viel von Thomas Schaaf gelernt. Nicht zufällig verwendet Skripnik dieselbe taktische Formation, mit der auch Schaaf jahrelang in Bremen Erfolge feierte.
Skripniks 4-3-1-2, besser bekannt als Raute, hat in Bremen eine lange Tradition. Schaaf ließ diese Formation jahrelang in Bremen spielen. Auch Skripniks Vorgänger Robin Dutt setzte die Raute gelegentlich ein, allerdings stimmte er das System nicht so gut auf die Spieler ab, wie Skripnik es derzeit tut.
Zlatko Junuzovic darf in seiner Paraderolle als Zehner auflaufen und stößt immer wieder nach vorne. Die Stürmer lassen sich abwechselnd fallen und suchen die Anbindung an die Abwehr. So wirkt die Mannschaft vor allem im Umschaltspiel harmonischer, die Mannschaftsteile sind stärker im Fluß und gleichzeitig enger miteinander verbunden. Das liegt auch am starken Mittelfeld, das defensiv die Räume schließt und offensiv viele Wege macht. So spielt die Elf unter Skripnik schnörkellos-schnell wie zu besten Schaaf-Zeiten.
2. … vermeidet aber die Fehler, die Schaaf gemacht hat
In den letzten Jahren von Schaafs Regentschaft nutzte sich die Raute jedoch ab. Zu oft stimmte die Balance zwischen Defensive und Offensive nicht, zu selten wurde das Spiel druckvoll nach vorne getragen.
Skripniks Raute zeichnet hingegen eine hohe defensive Stabilität aus. Die Spieler verschieben weit zum Ball und versuchen, um den Ball eine Überzahl herzustellen. Gegen Leverkusen ballten sich in extremen Situationen sämtliche Feldspieler auf einem Zehntel des Spielfeldes – Bremen wollte den Leverkusern nicht den Raum bieten, die diese für ihre Kurzpasskombinationen benötigen.
Vor allem besticht Skripniks Raute durch eine hohe Flexibilität. Wenn defensive Kompaktheit gefragt ist, lässt sich der Zehner schon einmal zurückfallen, sodass aus der Raute schnell ein 4-4-2 wird. Schaaf stellte die Flexibilität oft über chaotische Positionswechsel her, die den Gegner verwirren sollten. Skripniks Flexibilität ist berechenbarer, jedoch erlaubt sie den Spielern, schnell in eine stabile Defensive zurückzukehren.
3. Phillip Bargfrede ist die Stütze des Teams
Ein Eckpfeiler der zurzeit starken Defensive (zwei Gegentore in drei Rückrunden-Partien) ist Phillip Bargfrede. Der Bremer Mittelfeld-Motor verpasste nach einer Knie-OP weite Teile der Hinrunde. Erst am vierzehnten Spieltag kam er zu seinem ersten Saisoneinsatz. Danach spielte er sich schnell in die Startelf.
Bargfrede hat schon unter Schaaf gelernt, wie sich ein Sechser in einer Raute bewegen muss. Er sichert hinter seinen Kollegen den Raum ab und schließt die Mitte. Zugleich erlaubt er anderen Spielern, sich öfters in die Offensive einzuschalten. So war Mittelfeld-Kollege Felix Kroos gegen Leverkusen an der Traumkombination auf dem linken Flügel beteiligt, die zur Führung führte. In der Hinrunde war dies kaum möglich, da Kroos meist als tiefster Sechser den Spielaufbau gestalten musste. Bargfrede entlastet ihn. Sein Defensivverhalten ist makellos, seine starke Form derzeit ein wichtiger Faktor für die defensive Stabilität.
4. Skripnik setzt auf Spielstärke statt Kampf
Das Traumtor gegen Leverkusen beweist ebenfalls, dass in Bremen endlich wieder Fußball gespielt wird. Vorgänger Dutt betonte lange Zeit, die Mannschaft müsse über den Kampf in das Spiel finden. Auch unter Skripnik läuft die Mannschaft ebenfalls sehr viel und wirft sich in jeden Zweikampf. Gleichzeitig sucht sie aber öfter die spielerische Lösung.
Das fängt bereits in der Abwehr an: Schlug Bremen in der Hinrunde noch statistisch mehr lange Bälle als jedes andere Bundesliga-Team, hat sich die Zahl zuletzt merklich reduziert. Der Transfer von Jannik Vestergaard wirkt sich hierbei positiv auf. Auch wenn er nicht der spielstärkste Innenverteidiger der Liga ist, gibt er dem Team im Vergleich zu den zweikampfstarken, aber spielschwachen Sebastian Prödl und Assani Lukimya eine spielerische Note.
5. Die jungen Wilden passen zur Philosophie
Auch auf anderen Positionen hat Skripnik die Mannschaft umgekrempelt. Zahlreiche junge Spieler bekommen ihre Chance. Skripnik profitiert davon, dass er als ehemaliger Nachwuchs-Coach die Talente des Vereins kennt. Schnelle, technisch begabte Angreifer wie Davie Selke, Levent Aycicek und Leihgabe Levin Öztunali passen zur Skripnik'schen Raute, die auf schnelle Angriffe und schnörkellose Kombinationen baut.
So verbindet Skripnik defensive Stabilität mit offensiven Spektakel. Auch wenn der Abstand auf die Abstiegsränge nur sieben Punkte beträgt: Wenn Bremen in den kommenden Wochen weiter solch attraktiven Fußball spielt, können sie eher nach oben als unten schauen.