Frühpensionist als Psycho-Bomber
Wien, 02. Oktober 2007
Der vereitelte Anschlag auf die US-Botschaft: Wer ist der Mann, der mit dem Sprengstoff-Rucksack? ÖSTERREICH hat ein erstes Profil des Bosniers.
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Sein Name ist Asim Cejvanovic, er ist 42 Jahre alt, der Bosnier kommt aus der kleinen Ortschaft Bijelnina bei Belgrad. Im Zuge der Kriegswirren auf dem Balkan ist er nach Österreich gekommen – und dürfte dabei auch Sprengstoff mitgenommen haben, den er hier gehortet hat.
Au-Siedlung
Seit zwei Jahren lebte der Verdächtige in Tulln in Niederösterreich, in einer Au-Siedlung, in der nur Bosnier und Serben wohnen. Asim Cejvanovic ist verheiratet und hat drei Kinder, sein ganzer Stolz ist der Sohn, der in der Tullner Jugendmannschaft spielt. Seine Frau jobbt bei einem Schnellimbiss, er selbst ist seit Jahren arbeitslos bzw. frühpensioniert.
Psycho-Probleme
Der Hintergrund: Trotz des sicheren Lebens in der neuen Heimat bekam der Moslem psychische und Alkohol- Probleme, die so heftig wurden, dass er in Behandlung kam und seinen Job verlor.
Eigenbrötler
Eine Nachbarin beschreibt den Verdächtigen als „Eigenbrötler, der keinen Kontakt zu den anderen suchte“. Und er fiel durch seine Haarpracht auf: vorne eine Glatze und hinten die blonden Haare, die zuletzt immer länger und ungepflegter wurden. Dass dieser Mann jetzt einen Massenmord per Sprengstoffanschlag plante, ist für die Bewohner der Au-Siedlung unvorstellbar.
Bombenwerkstatt
Doch sie wurden von den Ereignissen und den nachfolgenden Ermittlungen der Fahnder eines Besseren belehrt: Denn im Haus von Asim, das Montagabend von den Kriminalisten mit der Elite-Einheit Cobra durchsucht wurde, fand sich eine Bombenwerkstatt mit einem halben Kilo Plastiksprengstoff.
Kriegs-Relikte
Der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Erik Buxbaum, vermutet, dass all dies aus dem Krieg um Ex-Jugoslawien stammt. Auch Schriftstücke und Computer-CDs wurden beschlagnahmt. Einen Teil des Sprengstoffs hatte der Bosnier in seinem Rucksack verstaut, dazu eine Handvoll langer Nägel, zwei Granaten ohne Zünder, dafür aber Zündschnüre – dann fuhr er mit seinem alten, türkisen Opel Astra los, um hier für ein Höllenspektakel zu sorgen.
Telefon-Kontakt
Die letzten Meter ging er zu Fuß. Schon einmal hatte er bei der US-Botschaft angerufen und war abgewimmelt worden. Diesmal wollte Asim – so der Erkenntnisstand der Ermittler – direkt den Sicherheitschef sprechen. Es war 11.30 Uhr, als er sich der ersten Schleuse zum Gelände näherte. Dort gab er den Rucksack ab, der durch die Röntgenstraße fuhr – und Sprengstoffalarm auslöste.
Kurze Flucht
Aus nicht nachvollziehbaren Gründen gelang es Asim, den Rucksack wieder an sich zu reißen und davonzulaufen. Doch er kam nicht weit und wurde überwältigt. Der weggeworfene Rucksack wurde durch gezielte Schüsse mit dem Wassergewehr geöffnet. Dann sammelte der Entminungsdienst die Bestandteile ein.
Wirres Gerede
Und wie verantwortet sich der mutmaßliche Bomber bzw. war es die Tat eines Spinners oder ein Anschlag mit terroristischem Hintergrund? Immerhin wurde im Rucksack auch ein islamisches Gebetslehrbuch gefunden. Mehr über die Hintergründe des Buches hier. Generaldirektor Buxbaum: „Er redete nur wirres Zeug und gab an, von einem Freund beauftragt worden zu sein.“
Auftraggeber
Doch dieser, Mehmet D., der ebenfalls aus Tulln kommt und Montagnacht verhaftet wurde, leugnet: „Ich kenne Asim nur flüchtig. Das Ganze ist eine Verwechslung.“
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preuzeto odavde:
http://www.oe24.at/zeitung/oesterreich/ ... 138532.ece